{"id":17,"date":"2008-01-09T00:13:12","date_gmt":"2008-01-08T22:13:12","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rollorieper.de\/privates\/bandscheibenvorfall-im-halswirbel-bereich-was-nun-operation-oder-krankengymnastik-17.html"},"modified":"2023-05-08T13:21:08","modified_gmt":"2023-05-08T11:21:08","slug":"bandscheibenvorfall-im-halswirbel-bereich-operation-oder-krankengymnastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rollorieper.de\/blog\/bandscheibenvorfall-im-halswirbel-bereich-operation-oder-krankengymnastik.html","title":{"rendered":"Bandscheibenvorfall im Halswirbel-Bereich &#8211; was nun? Operation oder Krankengymnastik?"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie diese qu\u00e4lenden <strong>Schmerzen<\/strong>? Ziehen vom <strong>Halswirbel<\/strong> direkt in den Arm. Man wei\u00df nachts nicht mehr, wie man schlafen soll bzw. sich hinlegen soll und morgends nach dem Aufstehen sind die Schmerzen nicht auszuhalten. Dann haben Sie wahrscheinlich genauso wie ich einen <strong>Bandscheibenvorfall<\/strong> zwischen zwei Halswirbeln. Was wollen Sie jetzt tun? Lieber erst einmal <strong>Krankengymnastik<\/strong> oder gleich die <strong>Operation<\/strong>? Dazu m\u00f6chte ich Ihnen gerne meine Geschichte erz\u00e4hlen, die dazu gef\u00fchrt hat, dass ich heute nach relativ kurzer Zeit wieder schmerzfrei bin.<\/p>\n<p>Vor eineinhalb Jahren habe ich mit dem <strong>Reiten<\/strong> angefangen. Wenn Sie auch Reiter sind, bekommen Sie jetzt bitte keinen Schreck. Ich bin gestern das erste Mal wieder nach sechs w\u00f6chiger Abstinenz auf mein <strong>Pferd<\/strong> gestiegen und wieder durch die Halle galoppiert. Und ich hab&#8217;s zum ersten Mal seit langem wieder schmerzfrei genossen. Mit einem Bandscheibenvorfall zu reiten &#8211; davon wird Ihnen vielleicht schon jemand abgeraten haben. Meine Erfahrung dazu ist, dass man mit akuten R\u00fcckenschmerzen, stammen Sie vom Halswirbel oder vom Lendenwirbel, niemals auf ein Pferd steigen sollte. Denn meine Schmerzen sind durch meine zum Teil disharmonischen Bewegungen immer schlimmer geworden und haben dazu gef\u00fchrt, dass die Bandscheibe tats\u00e4chlich &#8222;vorgefallen&#8220; ist. Als <strong>Rehabilitationsma\u00dfnahme <\/strong>ist Reiten jedoch hervorragend (wie gesagt, immer nur, wenn man schmerzfrei ist). Denn das gerade Sitzen und die Anspannung im R\u00fccken sind sicherlich als sportliche Bet\u00e4tigung, die eine St\u00e4rkung der R\u00fcckenmuskulatur zur Folge hat, nicht verkehrt. Immer vorausgesetzt, Sie sind entweder ein erfahrener Reiter oder haben eine(n) hervorragende(n) Trainer(in).<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zu meinem Bandscheibenvorfall. Nachdem ich sieben Wochen mit immer schlimmer werdenden Schmerzen zu k\u00e4mpfen hatte, beschloss ich, nun endlich mal zum <strong>Arzt<\/strong> zu gehen (<strong>M\u00e4nner<\/strong> z\u00f6gern den Arztbesuch offensichtlich immer ein wenig l\u00e4nger raus als <strong>Frauen<\/strong>, oder?). Mein Hausarzt empfahl Herrn Dr. Pfeiffenberger in Bremen-Schwachhausen.<\/p>\n<p>Nachdem ich zun\u00e4chst ger\u00f6ntgt worden war, versuchte mich der Orthop\u00e4de <strong>einzur\u00e4nken<\/strong>, was ihm zun\u00e4chst sp\u00fcrbar auch gelang. Am n\u00e4chsten morgen nach dem Aufstehen hatte ich jedoch wieder diese Schmerzen, so dass ich zwei Tage darauf wieder zum Arzt ging. Diesmal machte er ein paar \u00dcbungen mit meinem Arm, verschrieb mir <strong>Schmerzmittel <\/strong>und schickte mich zur <strong>Kernspintomografie<\/strong>.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten beiden Besuche beim <strong>Orthop\u00e4den<\/strong> Herrn Dr. Pfeiffenberger verliefen \u00e4hnlich, nur dass ich noch zus\u00e4tzlich eine Kortisonspritze bekam sowie Kortisontabletten einnehmen sollte. Alles half immer nur bedingt. Meistens morgends hatte ich, wie gesagt, extreme Schmerzen, die mich auch nicht mehr konzentriert arbeiten lie\u00dfen. Auf den Bildern der Kernspintomografie konnte man nun eindeutig erkennen, dass ich nach Aussage des Arztes &#8222;keinen unerheblichen Bandscheibenvorfall&#8220; hatte.<\/p>\n<p>So langsam fing ich an, mich im Internet \u00fcber meine <strong>Krankheit<\/strong> schlau zu lesen. Da war von <strong>Kliniken<\/strong> die Rede, die wahre Wunderheilmethoden anboten, die aber meistens nicht von der Krankenkasse als g\u00e4ngige Verfahren akzeptiert bzw. zu weit weniger als 100% finanziert wurden. Und so beschloss ich, wieder zum Orthop\u00e4den zu gehen. Nur am Rande sei erw\u00e4hnt, dass man in <strong>Bremen<\/strong> bei \u00c4rzten mit gutem Ruf nicht selten zwei Stunden warten muss. Aber f\u00fcr seine Gesundheit nimmt man das ja gerne in Kauf, oder?;-)<\/p>\n<p>Mein Arzt schien mir zum ersten Mal nicht ganz so sicher zu sein wie sonst und wollte sich gerne, so dr\u00fcckte er sich aus, &#8222;eine zweite Meinung eines Neurochirurgen einholen&#8220;. Nach meiner \u00dcberweisung bekam ich zeitnah einen Termin im sehr netten Sekretariat von Herrn Dr. med. Jochen Kiemle, Facharzt f\u00fcr Neurochirurgie in der Paracelsus-Kurf\u00fcrstenklinik, Bremen. Dort angekommen, bekam ich sofort einen positiven Eindruck, in welcher Art und Weise <strong>Dr. Kiemle<\/strong> mit seinen Patienten sowie mit seinem Kollegen <strong>Herrn Dr. med. Wolfdietrich Boos<\/strong>, den er zu einer kurzen und sehr freundlichen Unterredung auf dem Flur traf, umging.<\/p>\n<p>Auch bei diesem <strong>Arztbesuch<\/strong> musste ich zun\u00e4chst wieder einfache <strong>\u00dcbungen<\/strong> mit meinem linken, sehr schmerzenden Arm machen, damit Dr. Kiemle erkennen konnte, inwieweit schon <strong>L\u00e4hmungserscheinungen<\/strong> oder ein <strong>Kraftverlust<\/strong> vorhanden sein w\u00fcrden. Danach erkl\u00e4rte er mir, welche M\u00f6glichkeiten es g\u00e4be, OP oder konservative <strong>Massagen<\/strong> bzw. <strong>W\u00e4rmetherapie<\/strong> und <strong>Krankengymnastik<\/strong>. Ich war sehr beruhigt, als mir der Doktor zun\u00e4chst zur konservativen Therapie riet, da ich vor einer Operation ziehmlichen Respekt (um es vorsichtig zu beschreiben;-)) besa\u00df.<\/p>\n<p>Nach zehn Tagen Krankengymnastik, die zwar angenehm war, jedoch gegen den Bandscheibenvorfall nicht so recht helfen wollte, musste ich immer wieder an die Worte von Herrn Dr. Kiemle denken, der in unserem ersten Gespr\u00e4ch nach Ansicht meiner <strong>Kernspinbilder<\/strong> gesagt hatte:&#8220;Dieser Bandscheibenvorfall kann mit Massagen und Gymnastik zwar gehemmt werden, wird aber niemals zur\u00fcckgehen k\u00f6nnen.&#8220; Diese Worte sowie die vertraulich und sehr erfahren wirkende Art von Herrn Dr. Kiemle \u00fcberzeugten mich schlie\u00dflich, eine Operation \u00fcber mich ergehen zu lassen. Und ich muss sagen:&#8220;Es war eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens!&#8220;<\/p>\n<p>Nachdem das <strong>Krankenhaus<\/strong> einige <strong>Blutwerte<\/strong> sowie ein aktuelles <strong>EKG<\/strong> von mir abverlangt hatte, wurde ich nach der Aufnahme am n\u00e4chsten Morgen mit einer &#8222;Sch&#8230;-Egal-Tablette&#8220; gef\u00fcttert und die Operation begann. W\u00e4hrend der einst\u00fcndigen OP wurde zun\u00e4chst die Entz\u00fcndung abgesaugt und ein sogenanntes <strong>K\u00f6rbchen<\/strong> aus Kunstoff zwischen die <strong>Wirbelk\u00f6rper<\/strong> gesetzt, das den Abstand zwischen den Wirbeln wahren soll. Sehr beruhigend war auch hier die Methode, und zwar, dass Herr Dr. Kiemle von vorne am Hals einen kleinen etwa 5cm langen Schnitt machte. Auf diese Weise, so erkl\u00e4rte er mir, kommt er wesentlich besser an die <strong>Entz\u00fcndung<\/strong> heran, richtet nicht so viel &#8222;Flurschaden&#8220; an und das Risiko, <strong>R\u00fcckenmark<\/strong> oder <strong>Nerven<\/strong> zu verletzen ist bei dieser Operationsmethode sehr gering.<\/p>\n<p>Nach etwa zwei Stunden wurde ich aus der Narkose wach. Als erstes bewegte ich meinen linken Arm, um zu sp\u00fcren, ob noch ein Schmerz vorhanden war. Erstaunlicher Weise war von der ersten Minute nach der OP an kein Schmerz mehr zu merken. Lediglich das <strong>Kribbeln<\/strong> in Daumen und Zeigefinger, das ich zuletzt noch zus\u00e4tzlich versp\u00fcrt hatte und das etwas schlaffe Gef\u00fchl im Arm, sollten erst einige Tage sp\u00e4ter verschwinden. Als einzigen Schmerz versp\u00fcrte ich eine Art sehr starken <strong>Muskelkater<\/strong> im <strong>Nackenbereich<\/strong>, der wohl vom \u00dcberstrecken des Kopfes w\u00e4hrend der OP r\u00fchrte und Halsschmerzen, die nach Aussage des Doktors vom Beatmungsschlauch der Narkose\u00e4rztin kamen.<\/p>\n<p>Heute, etwa drei Wochen nach der OP kann ich Ihnen berichten, dass ich mit der Operation und dem Ergebnis sehr zufrieden bin. Hin und wieder versp\u00fcre ich noch ein kleines Zwicken im <strong>Nacken<\/strong> bzw. in der <strong>Halswirbels\u00e4ule<\/strong>, das aber sicherlich nach Abschluss der <strong>Rehama\u00dfnahmen<\/strong>, die noch etwa zwei Wochen dauern sollen, ganz abgeklungen sein sollte.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kann ich Ihnen bei einem akuten Bandscheibenvorfall, der so stark ist, das er durch konservative Ma\u00dfnahmen nicht in den Griff zu bekommen ist, nur eine Operation eines Arztes Ihres Vertrauens empfehlen. Wenn Sie sich mit Ihrer <strong>Arztwahl<\/strong> unsicher sind, w\u00fcrde ich Ihnen <strong>Herrn Dr. med. Jochen Kiemle<\/strong> ans Herz legen. \u00dcbrigens lagen auch die Schwestern, alle anderen Mitarbeiter im Krankenhaus sowie das Essen meiner Meinung nach weit \u00fcber dem Durchschnitt anderer Krankenh\u00e4user, so dass ich die Paracelsus-Kurf\u00fcrstenklink in Bremen nur empfehlen kann.<\/p>\n<p>Und was haben Sie bisher erlebt? <strong>Schreiben<\/strong> Sie mir doch bitte einfach in diesem <strong>Blog<\/strong> \u00fcber Ihre <strong>Erfahrungen<\/strong> oder stellen Sie mir gerne <strong>Fragen<\/strong> zum Thema. Ich werde versuchen, sie so gut wie m\u00f6glich zu beantworten.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens richtig aufregen konnte ich mich vor allem \u00fcber die Leute, die irgendwo in der Verwandschaft 100 prozentig jemanden kennen, der schon einen Bandscheibenvorfall gehabt hat. Die reinsten Horrorgeschichten wurden mir erz\u00e4hlt: &#8222;Sei blo\u00df vorsichtig. Das kann bis zur <strong>L\u00e4hmung<\/strong> f\u00fchren&#8220; oder &#8222;mit einer <strong>Operation<\/strong> an der <strong>Wirbels\u00e4ule<\/strong> ist nicht zu spa\u00dfen&#8230;&#8220;. Sehr beruhigend ist es doch da, sich offensichtlich f\u00fcr den richtigen Arzt und die richtige <strong>Operationsmethode<\/strong> entschieden zu haben, oder?<\/p>\n<p>Ihr Rouven Rieper<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie diese qu\u00e4lenden Schmerzen? Ziehen vom Halswirbel direkt in den Arm. Man wei\u00df nachts nicht mehr, wie man schlafen soll bzw. sich hinlegen soll und morgends nach dem Aufstehen sind die Schmerzen nicht auszuhalten. Dann haben Sie wahrscheinlich genauso wie ich einen Bandscheibenvorfall zwischen zwei Halswirbeln. Was wollen Sie jetzt tun? 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